Open-Access-Förderungen bei EU-Projekten

Die Europäische Union (EU) zählt mit Horizon 2020, ihrem Programm für Forschung und Innovation (Laufzeit: 2014-2020, Budget: 75 Mrd. EUR), zu den größten Forschungsförderern weltweit. Um den freien Zugang  zu Projektergebnissen sicherzustellen, verpflichtet die EU ihre Projektnehmer dazu, wissenschaftliche Publikationen mit Peer Review open access zu veröffentlichen. Open-Access-Verpflichtungen gibt es mittlerweile auch für die den Publikationen zugrundeliegenden Forschungsdaten. Details dazu finden Sie hier nachfolgend kurz zusammengefasst.

↓ OA in Horizon 2020   ↓ OA bei FP7 Projekten   ↓ Nationaler Helpdesk

Open Access in Horizon 2020

Es gelten folgende Bedingungen:

  • Es gilt: Verpflichtung zu Open Access (OA) für den Fall, dass aus dem EU-Projekt Publikationen mit Peer Review hervorgehen (aber: kein Zwang zur Publikation). Gilt für alle Disziplinen. Auch nach Projektende.
  • Freie Wahl: Green OA (Self-Archiving in Repositorien) oder Gold OA (Publizieren in Open-Access-Zeitschriften) bzw. auch Hybrid OA ("Freikaufen" von Artikeln in Subskriptionszeitschriften).
  • Bei Green OA gilt: das finale peer-reviewed Manuskript muss spätestens sechs Monate nach der Veröffentlichung frei zugänglich gemacht werden (in den Geistes- u. Sozialwissenschaften spätestens 12 Monate nach der Erstveröffentlichung). Möglich sind Fachrepositorien (z.B. PubMed Central) und/oder institutionelle Repositorien (z.B. u:scholar).
  • Bei Gold OA und Hybrid OA gilt: die OA-Publikationskosten sind förderfähig, die Rückerstattung  muss noch während der Projektlaufzeit beantragt werden.
  • Auch für die einer Publikation zugrundeliegenden Forschungsdaten gibt es eine Verpflichtung zur Open-Access-Veröffentlichung und zur Erstellung eines Datenmanagementplans. Ein begründetes Opt-Out aus dem Open Research Data Pilot ist jederzeit möglich.
     

Weiterführende Informationen:

>> Open access & Data Management in H2020
>> H2020 Annotated Model Grant Agreement (PDF) (Stand: 21.4.2017, s. Art. 29, S. 386)
>> K. Rohsmann: Open Access und Open Data in H2020 (PDF)

Open Access bei FP7-Projekten

Alle wissenschaftlichen Publikationen, die im Rahmen des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms (FP7) entstanden sind, sollen der Öffentlichkeit frei zugänglich gemacht werden. Um das Open-Access-Publizieren in bereits abgeschlossenen FP7-Projekten zu ermöglichen, stellt die EU zusätzliche Fördergelder zur Verfügung.

Weiterführende Informationen:

>> OA-Förderung für FP7-Projekte: Post-Grant Open Access Pilot
>> FP7: What/Where/When to deposit?

Nationaler Helpdesk

An der Universitätsbibliothek Wien ist der im Rahmen von OpenAIRE eingerichtete National Open Access Desk Austria (NOAD Austria) für alle Fragen rund um Open-Access-Verpflichtungen in EU-Projekten angesiedelt. Die EU-Projektreihe OpenAIRE (zurzeit OpenAIRE2020) unterstützt den Aufbau von Open-Access-Infrastrukturen für Publikationen und Forschungsdaten in Europa.

Kontakt:

Mag. Gerda McNeill
T: 01-4277-15117, M: 0664-60277-16980
E: gerda.mcneill@univie.ac.at

Service E-Mail: openaireaustria@univie.ac.at