Plan S: FAQs für Forschende der Universität Wien

Mit Plan S, der ab 1.1.2020 von speziellen Förderorganisationen umgesetzt wird, treten für ProjektnehmerInnen neue Open‑Access-Bedingungen in Kraft, welche die Transformation zu vollständigem und sofortigem Open Access beschleunigen sollen. Plan S wird von den Mitgliedern der sogenannten cOAlition S unterstützt. Zurzeit sind das 18 Förderorganisationen, darunter der FWF. Grundlage für die hier genannten Informationen sind die Leitlinien zum Plan S.

In den nachfolgenden FAQs wird der derzeitige Diskussionsstand abgebildet. Eine finale Version von Plan S wird nach dem Feedback-Prozess im Frühjahr 2019 veröffentlicht.


Stand: 10.12.2018
 

Welche Publikationen sind betroffen?

Betroffen sind wissenschaftliche Artikel, die vollständig oder teilweise aus Projekten des FWF hervorgehen (Details dazu, und ab wann es genau gelten soll, werden im Laufe des Jahres 2019  bekannt gegeben). Ebenso betroffen sind wissenschaftliche Artikel aus Projekten von anderen Partnern der cOAlition S. Diese Publikationen müssen die im Plan S dargelegten Open-Access-Anforderungen erfüllen („Plan S compliancy“).

Nicht betroffen sind Publikationen der Uni Wien, die außerhalb von FWF-Projekten bzw. außerhalb von Projekten von cOAlition S-Partnern entstehen.
 

Wann ist meine Publikation Plan S-compliant?

Details s. nächster Punkt

Plan S compliance liegt dann vor, wenn ein wissenschaftlicher Artikel zeitgleich mit der Publikation, also ohne Embargofrist, im Internet weltweit frei zugänglich und zusätzlich mit einer freien Lizenz (für re-use zu jedem beliebigen Zweck), veröffentlicht wird.

Plan S sieht hier als Standard die Lizenz CC BY 4.0 vor (alternativ können CC BY-SA oder CC0 verwendet werden). Bitte beachten Sie, dass CC-Lizenzen mit den Modulen NC (non commercial) und ND (no derivatives), also die Lizenzen CC BY-NC, CC BY-NC-SA, CC BY-ND und CC BY-NC-ND, nicht Plan S compliant sind.
 

Wo kann ich Plan S compliant publizieren?

Folgende Publikationsmöglichkeiten stehen zur Verfügung:

1a. Open-Access-Zeitschriften, deren Artikel mit einer CC BY-Lizenz veröffentlicht werden, also ein großer Teil der ca. 12.000 Zeitschriften, die im Directory of Open Access Journals zu finden sind.

Beispiele:

  • „Fully OA journals“ mit CC BY-Lizenz von OA-Verlagen, z.B. Frontiers, MDPI, PLOS, BMC, Copernicus, Hindawi etc.
  • „Fully OA journals“ mit CC BY-Lizenz von traditionellen Verlagen, z.B. Scientific Reports, Nature Communications (Springer Nature), Ecology and Evolution (Wiley), Journal of Plant Interactions (Taylor & Francis) etc.

 

1b. Open-Access-Plattformen, die Artikel mit einer CC BY-Lizenz veröffentlichen.


2. Repositories (Dokumentenserver), die in opendoar.org gelistet sind. Erforderlich ist a) dass die AutorInnen das Copyright behalten und b) der weltweit freie Zugang zur Verlagsversion oder zumindest zum akzeptierten AutorInnen-Manuskript (AAM) inkl. einer CC BY-Lizenz. Die Zurverfügungstellung muss zeitgleich mit der Erstveröffentlichung des Beitrags beim Verlag erfolgen (ohne Embargozeit).

Beispiele:


! Bitte beachten Sie, dass zur Zeit nur sehr wenige Verlage eine Archivierung unter diesen Bedingungen (kein Embargo und CC BY-Lizenz) zulassen! Detailinfos dazu finden Sie auf den Websites der Verlage oder im Tool SHERPA/RoMEO.
 
! Die Zurverfügungstellung von Artikeln als Preprint (z.B. auf arXiv.org) ist nicht Plan S-compliant. Preprint-Server wie arXiv. org können nur dann verwendet werden, wenn dort  zeitgleich mit der Verlagsveröffentlichung und mit CC BY-Lizenz a) die finale Verlagsveröffentlichung oder b) die akzeptierte Manuskriptversion zugänglich gemacht wird.



3. Subskriptionszeitschriften mit Open-Access-Option („Hybrid OA“)
Das OA-Publizieren in Subskriptionszeitschriften ist nur mehr dann Plan S-compliant, wenn für den entsprechenden Verlag ein "transformative agreement" vorliegt. Vom FWF und der Universität Wien wurden im Rahmen der Kooperation E-Medien Österreich in den letzten Jahren  eine Reihe solcher OA-Verlagsabkommen abgeschlossen, u.a. mit Springer, Wiley, Taylor & Francis, Institute of Physics.

Wer bezahlt die Artikel und bis zu welcher Höhe?

Allfällige Publikationskosten werden – im Falle von FWF-Projekten – wie bisher vom FWF innerhalb der jeweils gültigen Kostengrenzen übernommen. Bei Projekten mit anderen cOAalition S-Partnern sind die Bedingungen der jeweiligen Förderorganisation gültig.


Kontakt: openaccess@univie.ac.at